Kategorie: Familienleben

Stressregulation und Begleitung großer Gefühle – wie wir Musik als Eltern nutzen können

Am Morgen wähle ich ein Lied aus, das mir hilft, munter zu werden.
Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle begegnet mir ein müder Papa mit seinem Baby in der Trage und einem Kopfhörer auf den Ohren. Am Mittag lässt sich ein Wunsch meines Kindes nicht realisieren und ich höre laute Musik aus dem Zimmer, die zeigt, wie groß der Ärger darüber ist.
Gemeinsam ist uns in diesen drei Situationen, dass wir unsere Fähigkeit nutzen, uns durch akustische Signale zu regulieren. Das tun wir manchmal bewusst. Und meistens unbewusst. Und so oder so nutzen wir dabei die Wirkung von Musik.

Die psychologische Wirkung von Musik ist vielgestaltig

Töne, Klänge und gesungene Texte werden in besonderer Weise in unserem Gehirn verarbeitet (anders als gesprochene Sprache beispielsweise) und sie können regulierend auf unser autonomes Nervensystem wirken. Dadurch kann Musik in besonderer Weise auf uns wirken:
Musik kann unsere Stimmung beeinflussen. Die meisten von uns kennen beispielsweise das Phänomen, wenn sich unsere Stimmung in Sekundenschnelle aufhellt – wenn wir einem Song lauschen, den wir gerne mögen. Oder, wenn wir uns ängstigen bei einer Filmsequenz mit dieser ganz bestimmten musikalischen Begleitung. Neben dieser Wirkung auf unsere Stimmung kann Musik uns außerdem zur Bewegung anregen und die Verbundenheit innerhalb der Familie stärken.

Und: Musik kann Erinnerungen wachrufen.
Auch die „Erinnerung“ an unsere Stärken.
Und an die Ur-Verbundenheit, die wir als Menschen zu Beginn unseres Lebens erfahren, noch vor unserer Geburt. All das macht Musik zu einer wertvollen Ressource für uns als Eltern. Und wir brauchen einen ganzen Berg an Ressourcen, um mit einer gewissen Leichtigkeit durch den Familienalltag segeln zu können.

Wenn wir im Alltag als Familie ins Ungleichgewicht geraten

Es gibt Phasen, in denen wir das Familienleben als eine riesige Herausforderung erleben. Manchmal überrollen uns die Wellen des Alltags und alle Familienmitglieder geraten aus dem Gleichgewicht: die Kinder und ihnen voran wir Erwachsene. In diesem Ungleichgewicht wurschteln wir uns durch den Alltag. Und wir spüren doch irgendwie, das etwas fehlt: die schönen Momente, in denen wir uns leicht, lebendig und verbunden fühlen. Solche Phasen kennen alle Eltern. Und manchmal lassen sich solche Phasen nicht von heute auf morgen “umkrempeln”. Gleichzeitig gibt es immer einige Bereiche, in denen wir aktiv gestalten und die Weichen stellen können.

Ein Stück Leichtigkeit wiederfinden

Wir alle haben Lieblingslieder und Musikstücke, die uns entspannen oder aktivieren. In unserem Onlinekurs „Singen statt schimpfen – Familiäre Selbstregulation für die (Ton-) Höhen und Tiefen des Familienlebens“ arbeiten wir mit Eltern daran, ihre musikalischen Ressourcen auszubuddeln. Es geht darum, herauszufinden, wie sie diese im Alltag mit den Kindern nutzen können.
„Singen statt schimpfen“ ist ein Onlinekurs, in dem wir Eltern über fünf Wochen lang begleiten. Rolf Zuckowski, den viele Eltern aus ihrer eigene Kindheit kennen, singt in einem seiner Songs:
“Du brauchst ein Lied, das dich begleitet. Und ein Herz, das für dich schlägt.”
Er spricht die Bedeutung an, die Musik für uns haben kann. Und er benennt, dass es für uns als Menschen immer um Ver-Bindung geht.
Darum geht es in unserem Onlinekurs „Singen statt schimpfen“ um…
● die psychologische Wirkung von Musik
● deine musikalische Biografie
● Selbstregulation von Erwachsenen und Kindern
● Mechanismen, die hinter dem Schimpfen stecken
● „Musik-Strategien“, mit denen du experimentieren kannst im Umgang mit Stress
● musikalische Ideen für die Begleitung von großen Gefühlen
Hierbei setzen wir an drei Punkten an: Vor, während und nach stressigen Momenten.
Als Eltern können wir die Geräuschkulisse, die uns umgibt aktiv mitgestalten – für ein Familienleben, das nach „zu Hause“ klingt.
Hier geht es zum Kurs.

„Ab ins Tipi“ oder monthly meetup auf FBO

Komm ans Feuer!

„Ab ins Tipi“ – das war der Betreff einer E-Mail mit der vor ein paar Jahren eine sehr nährende Erfahrung für mich begonnen hat. Eine Freundin lud zur Feier ihres Geburtstages ins Tipi ein. Zu einer gemütlichen Mädelsrunde ums Feuer. Ich kannte die anderen Frauen bis zu diesem Abend nicht – und bin spät in der Nacht erfüllt wie noch nie von einer Geburtstagsfeier nach Hause gefahren. Wir haben tatsächlich ums Feuer gesessen, vor allem aber hat jede von uns einen sicheren Raum bekommen um zu sprechen und wir haben einander zugehört. Und sind dadurch an diesem Abend in eine tiefe Verbundenheit miteinander gekommen, die ich vorher auf diese Art und in dieser Fülle noch nie erlebt hatte.

Der Abend im Tipi kam für mich auch deswegen zum richtigen Zeitpunkt, weil ich ein paar Monate zuvor aus meiner ersten Elternzeit zurück in den Job gegangen bin, wir unser Haus gebaut haben und ich ehrlich gesagt nicht mehr wusste wo unten und wo oben ist. Das Sprechen am Feuer hat mir die Möglichkeit gegeben all das wirklich in den Blick zu nehmen, es auszusprechen, mir selbst zuzuhören und mitfühlende und ermutigende Rückmeldungen zu bekommen.
Aus vielen Gesprächen in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin, der bei all den Möglichkeiten, Anforderungen, Herausforderungen, Verantwortungen und dem Wünschen und Sehnen in den unterschiedlichen Lebensphasen manchmal die Orientierung flöten geht. Aber nicht alle werden in solchen Momenten von einer guten Freundin ins Tipi eingeladen.

Come as you are!

Gemeinsam am Feuer zu sitzen war kein Bestandteil meiner systemischen Ausbildung – ich habe in dieser Zeit aber immer wieder die Erfahrung machen dürfen, wie erleichternd und berührend es ist, wenn ich mich selbst mitbringen kann, gesehen, gehört und angenommen werde – genau so, wie ich grad bin – und mit anderen in Reflexion und Austausch zu gehen. Und wie hilfreich Modelle, Tools, Impulse, Spiegelungen und vieles mehr für mich sind, um neue Perspektiven zu gewinnen, wenn mal wieder alles Kopf steht. Um Schritt für Schritt wieder eine klare Sicht auf das zu gewinnen was gerade im Außen und
im Innen passiert. Wenn da plötzlich ein Raum aufgeht, in dem ich mich so sicher fühle, dass ich gerne und leicht mit mir selbst und mit anderen in Verbindung gehe.

Und mit all diesen Erfahrungen ist in mir die Frage gewachsen: Wie kann ich diesen Raum unkompliziert öffnen? Für Menschen, die ich noch nicht kenne und die sich noch nicht kennen. Wie kann ich denen, die eigentlich eine Einladung ins Tipi brauchen aber keine bekommen, die Möglichkeit geben Impulse zu bekommen, sich auszutauschen, mit sich in Kontakt zu kommen und die Verbundenheit mit anderen zu fühlen.

Ums Feuer sitzen im Zoom-Raum?

Dann haben Rita und Christoph familienbildung-online.de gegründet, mit der Vision im Internet einen Ort zu schaffen, an dem Verbindung entsteht und gestärkt wird. Meine Fragen nach dem wie und wo und wann wurden abgelöst von der Idee eines regelmäßigen Treffens im Rahmen der FBO, dem monthly meetup. Ab August gibt es jetzt die Möglichkeit einmal im Monat in einer kleinen Runde zusammen zu kommen.
Und nein, wir werden dabei nicht um virtuell flackernde Flammen sitzen. Die Erfahrung gemeinsam am Feuer zu sitzen lässt sich mit einem Treffen im Zoom-Raum nicht ersetzen. Aus meiner Erfahrung und Arbeit weiß ich aber, dass es am Ende nicht das Feuer ist, dass die Verbindung schafft sondern die Bereitschaft sich selbst mitzubringen, sich einander zuzumuten und einander mit einer wertschätzenden und ermutigenden Haltung zu begegnen. Und das klappt auch remote vom Sofa aus!

Und über was spricht man da so?

Jedes Treffen hat einen anderen thematischen Schwerpunkt. Dabei wähle ich die Themen so, dass wir mit einer persönlichen Annäherung und Auseinandersetzung starten. Zusätzlich gibt es immer Impulse, wie die gemeinsamen Gedanken auch in den familiären Kontext mitgenommen werden können.
Themenübersicht bis zum Jahresende:
• August: Was hilft, sich in turbulenten Zeiten auszurichten?
• September: Du bist viele – Rollen und Rollenkonflikte
• Oktober: Das glaub ich jetzt nicht! – Einschränkenden Überzeugungen begegnen
• November: Deinem eigenen Anspruch positiv begegnen.
• Dezember: „Dann haben wir ja alles besprochen!“ – Warum das stimmt und sich manchmal trotzdem nicht so anfühlt.
Zum jeweils anstehenden Treffen könnt ihr euch im Kursbereich anmelden.
Ich bin gespannt darauf euch zu treffen und euch zuzuhören!

Herzlich
Heidrun

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